Thema: Mettehof

27/09 2009

Das Einkaufszentrum Mettehof wird am 8. Oktober eröffnet

Nach zügigem Bauablauf wird nun in Kürze das im Vorfeld sehr umstrittene Einkaufszentrum auf dem Gelände des ehemaligen Mettehofs eröffnet.
Nun wird sich zeigen, welchen Einfluss das auf die Geschäfte in der Quedlinburger Innenstadt haben wird.
Dass der Mettehof Quedlinburg zu einer Einkaufsstadt macht, die überregional ausstrahlt, ist am wenigsten zu erwarten. Es könnte sein, dass der Mettehof dafür sorgt, dass mehr Menschen aus den harznahen Orten zum Einkaufen nach Quedlinburg kommen. Ob sie dann auch den Weg in die Geschäfte der Innenstadt finden werden, bleibt abzuwarten. In jedem Fall entsteht der Innenstadt aber starke Konkurenz, denn obwohl - laut Stadtverwaltung - das Sortiment der Mettehof-Geschäfte "innenstadtverträglich" gestaltet werden sollte, ist davon nichts zu erkennen. Mehrere Textil-Ketten und mehrere Schuh-Filialen bedrohen die Innenstadt-Geschäfte direkt.

Noch sind lauf MZ nicht alle Geschäfte vermietet. Bleibt abzuwarten, was uns noch erwartet, Was uns in jedem Fall erwartet, sind jedoch für Quedlinburger Verhältnisse überdimensionierte Werbeflächen. Sie befinden sich zwar knapp außerhalb der Innenstadt, prägen aber das Bild an dieser Stelle deutlich. Ist das so gewollt?

Nun bleibt uns zu hoffen, dass der Mettehof wenigstens Gewerbesteuern abwirft und tariflich bezahlte Arbeitsplätze schafft. Und hoffen wir, dass das nicht durch eine durch leer stehende Geschäfte an Attraktvität verlierende Innenstadt wieder kompensiert wird. Denn das würde negative Auswirkungen auf den Tourismus und die vielen damit in direktem Zusammenhang stehenden Arbeitsplätze haben.

Öffnet einen internen Link im aktuellen Fenster Bilder der Zerstörung eines Zeitzeugen aus der Blütezeit Quedlinburgs

03/04 2008

Warum muss der Mettehof einem überflüssigen Gewerbepark weichen?

Mit der Ansiedlung des geplanten und lange diskutierten Einkaufszentrums auf dem Gelände des Mettehofes wird Quedlinburg unserer Meinung nach ein weiterer nicht wieder rückgängig zu machender Bärendienst erwiesen.

  1. Mit den geplanten Einzelhandelseinrichtungen wird entgegen allen Absichtserklärungen der innerstädtische Einzelhandel, damit das Leben in der Innenstadt und damit der langfristige Erhalt des Weltkulturerbes in hohem Maße gefährdet.
  2. Mit dem Abriß der historischen Gebäude des Mettehofes wird ein markanter Zeitzeuge aus der Blütezeit Quedlinburgs vernichtet.

Die Frage, die sich uns stellt lautet: Muß das sein? Wurde nicht schon genug zerstört?

Selbstverständlich muß langfristig in die Brache wieder Leben einziehen. Aber muß es so geschehen? Ist es im reichen Deutschland wirklich nicht möglich, dass ein solches Ensemble erhalten und neu genutzt werden kann? Das Mindeste wäre doch eine Sicherung der Bausubstanz und zeitgemäße Erneuerung der Begrenzungsmauer zum Harzweg, bis sich irgendwann mal ein potenter Investor findet. Selbstverständlich kostet das Geld - ruhig auch Steuergeld. Wenn die Mächtigen der Stadt mal die Bevölkerung fragen würden, ob es beispielsweise eine nennenswerte Mehrheit in Ordnung findet, dass völlig überflüssigerweise für 1,3 Mio. Euro (Quelle: MZ vom 3.4.2008) eine extra Zufahrt von der B6n in das Gewerbegebiet an der Magdeburger Straße gebaut wird, dann würden hier wahrscheinlich sofort erste Möglichkeiten zum Vorschein kommen.
Wir wissen selbstverständlich, dass das hier eingesparte Geld nicht so einfach für andere Dinge zur Verfügung stehen würde. Aber die Fragen müssen bitteschön erlaubt sein. Und die Fragen müssen unsere Voksvertreter auch immer wieder beantworten, denn im Grundgesetz steht, dass das Volk der Souverän in unserer Gesellschaft ist - und nicht sich verselbstständigende Strukturen aus Wirtschaft und Politik. 

Steffen Kecke