Wirtschaftliche Zukunft

Realistische Chansen

Geringe Wirtschaftskraft und Arbeitslosigkeit sind das Problem Nummer 1 in Quedlinburg. Wohlfeile Versprechen sind leicht zu haben, bleibt man jedoch realistisch, sieht man schnell, daß es keine Allheilmittel gibt.

Wirtschaftsförderung im Raum Quedlinburg ist ein sehr schwieriges und komplexes Fachgebiet, das bisher von den Verantwortlichen zu unsensibel und wenig professionell als Chance begriffen wurde.

Hier sind einige unserer Gedanken zu diesem Thema:

Der Trend in unserer Region wird wahrscheinlich weniger hin zu Großinvestoren gehen, aber mehr zu kleinen hochflexiblen Betrieben mit hoher Innovationskraft. Diesen Trend wollen wir nutzen und fördern. Wir denken dabei an folgende Eckpunkte der wirtschaftlichen Zukunft :

Florierender Tourismus setzt eine besucherfreundliche und einladende Infrastruktur voraus. Auch hier müssen Rat und Verwaltung durch Schaffung der notwendigen Voraussetzungen günstige Bedingungen für Hotelbetriebe, Gasthauskultur und eine belebte Innenstadt, ein vielfältiges Veranstaltungsangebot und eine sinnvolle verkehrliche Erschließung schaffen. Grundvoraussetzung dafür ist eine partnerschaftliche und unbürokratische Zusammenarbeit mit allen Gewerbetreibenden aus der Tourismusbranche.

Forschung und Bildung sind in Quedlinburg zum Beispiel vertreten durch die Bundesanstalt für Züchtungsforschung, das Klinikum, das Deutsche Fachwerkzentrum, die Fachschule für Gartenbau und die Feinigergalerie. Diese und andere Einrichtungen sind die Basis für die Entfaltung eines regen geistigen Lebens auf Kongressen und Tagungen. Indem wir diese Entwicklung forcieren und fördern, rücken wir Quedlinburg in das Blickfeld wissenschaftlicher Entwicklung in Deutschland und schaffen damit mittelfristig ein dauerhaftes wirtschaftliches Standbein.

Starker Mittelstand bedeutet für uns eine stabile Struktur von Handel und Gewerbe, die einerseits Attraktivität (Lust am Einkauf, Lust an der Dienstleistung, ...) und andererseits eine solide Kaufkraft (geringe Arbeitslosigkeit, attraktive Jobs, viele Gäste der Stadt, ...) voraussetzt. Wir wollen uns dafür einsetzen, daß durch spürbare Steigerung der Attraktivität vorhandene Kaufkraft in Quedlinburg bleibt. Hier sind Rat und Verwaltung durch Schaffung optimaler Bedingungen gefordert.

Traditioneller Züchtungsstandort für Pflanzen ist Quedlinburg seit langem, denn das besondere Klima im Regenschatten des Harzes bietet beste Voraussetzungen für diesen Wirtschaftszweig. Durch die Schaffung des Hauptsitzes der Bundesanstalt für Züchtungsforschung an Kulturpflanzen hat die Bundesregierung nicht nur ein Zeichen gesetzt, sondern eine weitere Voraussetzung dafür geschaffen, daß Quedlinburg weiterhin auch international ein Begriff für Züchtungdforschung ist und die Pflanzenzüchtung ein Standbein der Wirtschaftskraft der Stadt bleibt. Diese insgesamt guten Rahmenbedingungen zu nutzen, um in Quedlinburg existierende mittelständige Unternehmen zu stärken und weitere hierherzuziehen, muß ein wesentliches Anliegen von Rat und Verwaltung der Stadt sein.

 

Christian Amling, Steffen Kecke, Roland Lehmann