Leserbrief

Brief_Quedlinburg.pdf

Kommentar

..."Mein jüngstes Erlebnis ereignete sich gestern Abend, als ich von der Quedlinburger Bockstraße aus, noch einmal schnell ein paar Dinge einkaufen wollte, im Rewe - Markt in der Breiten Straße. Ich ging also kurz nach 19.00 Uhr los – es war dunkel in Quedlinburg, ..."

Das alte Lied: In Quedlinburg wird gebaut und betroffene Anwohner oder Passanten werden im Regen - oder hier im Dunkeln - stehen gelassen.

Ähnliche Kritik gibt es

  • nach wie vor von den Anreinern des Marktes, die immer noch keinen Bauablauf und damit verbundene Behinderungen kennen,
  • bei den Anreinern der Straßen, die in diesem Jahr mit einer fragwürdigen und sehr staubigen Splittschicht "saniert" wurden.

Alle Kritik hat eines gemeinsam:

Nachfragen bei der Stadt enden nach einem telefonischen Kennenlernen vieler Stadtbediensteter mit dem Hinweis, dass für die Information der Anwohner, für die Absperrung, für die Sicherung und Notbeleuchtung, für ... - die ausführenden Betriebe zuständig sind. Und man könne nicht immer kontrollieren, ob sie ihren Pflichten nachkommen.

Das ist genau die Antwort, die sich Bürger wünschen! Servicequalität: Fehlanzeige.

Ist es zuviel verlangt, dass sich der Auftraggeber einer Maßnahme höchstpersönlich um Information und Öffentlichkeitsarbeit kümmert? Wir meinen: Nein!

"...Stellt man sich eine halbe Stunde (von halb 6 bis um 6) zum Ausladen (und die verderblichen
Lebensmittel in den Kühlschrank legen) in´s Parkverbot (mir ist bewusst, dass das verboten
ist), hat man natürlich sofort ein Verwarngeld im Briefkasten, in solchen Dingen ist die Stadt
schnell, ..."

Es ist zweifellos nicht einfach, zeitgemäße Lebensgewohnheiten - insbesondere bezüglich der Mobilität - mit einer historischen Innenstadt wie in Quedlinburg in Einklang zu bringen. Das immer wieder beklagte Problem des Parkens in der Innenstadt velangt auf allen Seiten ein gewisses Maß an Kompromissbereitschaft und seitens der Stadtväter intelligente Lösungsansätze.

Wie wäre es denn zum Beispiel damit:

  1. Für gewerblich parkende Fahrzeuge (Handwerker, soziale Dienste, Notdienste, etc.) wird eine preisgünstige und von der jeweiligen Firma zu bezahlende Dauerparkkarte eingeführt. Damit können die Fahrzeuge vorübergehend auch außerhalb der gekennzeichneten Parkflächen parken, um ihren Aufgaben nachkommen zu können.
  2. In der gesamten Innenstadt (!!!) darf jedermann bis zu 30 Minuten mit Parkscheibe kostenlos parken (innerhalb der gekennzeichneten Parkflächen).
  3. Um häufige Irritationen bei Gästen unserer Stadt und endlose Umwege für Einwohner unserer Stadt zu unterbinden, werden in der Innenstadt sowohl die Poller als auch die meisten Verkehrsschilder endlich entfernt. Es gelten Einbahnstraßenregelungen wo notwendig - ansonsten rechts vor links, wie es in anderen Tempo-30-Zonen auch funktioniert.
    Von dem Märchen von der verkehrsfreien Innenstadt sollten wir uns endlich verabschieden. Es funktioniert nicht und erzeugt nur Aufwand und Frust. Das Stichwort lautet: Deregulierung.

Wir hören schon wieder die alt bekannte Litanei mit einer Fülle von Gesetzen, Verordnungen und Paragrphen, die dagegen sprechen ...
Aber das wollen wir einfach nicht mehr hören!!! Diese Antwort kann uns heute jeder Computer geben, dem man alle Gesetze eingegeben hat. Dafür brauchen wir keine Stadtverwaltung mit ihren Fachbereichen, die schließlich im Gegensatz zur Mehrheit der in Quedlinburg lebenden Menschen sichere Arbeitsplätze haben und vergleichsweise gut bezahlt werden. Wir erwarten echtes Interesse für die Wünsche und Sorgen der Bürger und Lösungen - eben Servicequalität.
In diesem Sinne wären die 3 oben genannten Punkte eine Chance für die Stadtväter, das Wort mit Inhalt zu versehen. Die Bürger würden es honorieren.