Negatives

... oder was sich ändern muss.

28/07 2012

Kopfschütteln im Einwohnermeldeamt am 27.07.2012

Am 27.07.2012, so gegen 11:30 betrat eine ältere Dame aus der Quedlinburger Süderstadt, der das Gehen nach einem kürzlich erlittenen Schlaganfall sichtlich schwer fiel, das Quedlinburger Einwohnermeldeamt. Sie ging an den dort Wartenden vorbei gleich hinein und fragte nach, ob sie aufgrund ihrer offensichtlichen gesundheitlichen Probleme gleich an die Reihe kommen könne. Auch müsse sie den Bus zurück in die Süderstadt schaffen, da sie bei über 30 °C unmöglich den weiten Weg laufen könne.

Statt ihrem Anliegen unkompliziert und schnell nachzukommen und es den anderen Wartenden kurz zu erklären, regierten die Mitarbeiterinnen leider typisch "amtlich": Sie schickten die Frau hinaus. Sie solle mit den anderen Wartenden selber klären, ob sie vor ihnen an die Reihe kommen könne. Das ließ aber ihr Stolz nicht zu. Es wäre ihr unangehehm, betteln zu sollen, erklärte sie den Wartenden. Nach 15 Minuten Wartzeit verließ sie dann unverrichteter Dinge das Amt, um ihren Bus zu erreichen.

Gut gemacht, liebe Mitarbeiterinnen des Meldeamtes! Zwar amtlich korrekt gehandelt, aber völlig unsensibel, unflexibel und damit bürgerunfreundlich.

Note 6 für Servicequalität.

Servicequalität beginnt da, wo die Vorschriften enden. Nämlich genau dann, wenn persönlicher Einsatz im Sinne der Bürgerinnen und Bürger gefragt ist. Alles andere ist Dienst nach Vorschrift, wie wir ihn nicht haben wollen. Auf diese Weise sägt die Stadtvewaltung in der laufenden Personaldiskussion an ihrem eigenen Ast, denn in der Bürgerschaft hat nur eine Verwaltung Rückenhalt, die durch Bürgernähe, Freundlichkeit und engagierten persönlichen Einsatz wahrgenommen wird.

Hier gibt es noch sehr viel zu tun in Quedlinburg ...

S. Kecke (nach Augenzeugenbericht)