06/12 2009

3.12.2009

Das aus unserer Sicht wesentliche Thema war die Änderung des Flächennutzungsplanes für die Ansiedlung eines sogenannten Autohofs nahe der B6n-Abfahrt Quedlinburg Zentrum.

Das Vorhaben passierte den Stadtrat mit großer Mehrheit. Wir stimmten trotzdem dagegen.

Es konnte bis heute nicht widerlegt werden, dass der Bund zwischen den beiden Quedlinburger  Abfahrten in einigen Jahren eine große beidseitige Tank- und Rastanlage mit vielen LKW-Parkplätzen errichten will. Das allein wäre schon eine landschaftliche Katastrophe. Warum da als noch eine Fläche aus einem bestehenden Landschaftsschutzgebiet herauslösen und noch mehr Natur beeinträchtigen?

Sicher suchen LKW-Fahrer allabendlich zum Teil verzweifelt Stellplätze, um ihre Ruhezeiten einhalten zu können. Aber müssen wir erstens diesen Wahnsinn der rollenden Lagerhaltung weiter unterstützen? Und gibt es nicht mehr als genügend Industriebrachen, die genutzt werden könnten? Wir denken im Raum Quedlinburg beispielsweise an das Gewerbegebiet Magdeburger Straße, in das hinein ja schließlich extra noch eine komfortable Straße gebaut werden musste. Oder wie wäre es mit Quarmbeck? Bei richtigem Nachdenken fallen uns sicher noch mehr Möglichkeiten ein.

Aber da kommen sofort die Argumente aus dem wirtschaftshörigen Lager, dass LKW-Fahrer keine Parkplätze annehmen, die nicht unmittelbar an einer Ausfahrt liegen. Ja, geht's noch? Wie groß ist dennn nun der angebliche Leidensdruck wirkich? Oder ist es die scheinbar ewig währende Mär vom scheuen Investor, dem man alles auf dem Silbertablett servieren muss, damit er nicht verschreckt wird?

Gehen wir doch lieber verantwortungsbewusst mit unseren wertvollen Ressourcen um, fördern und unterstützen wir die rund 700 Quedlinburger Unternehmen, die schon da sind, und suchen wir mit neuen Investoren sinnvolle und nachhaltige Lösungen im gegenseitigen Interesse. Für einen ernsthaften Investor sicher kein Problem, sondern eher ein Zeichen für eine verantwortungsvoll betriebene Wirtschaftsförderung in Quedlinburg.

Aber all diesen Argumenten wollte die Mehrheit des Stadtrates nicht folgen. Die Arbeitsplatz- und  Investoren-Keule, die der CDU-Fraktionsvorsitzende wieder schwang, verfehlte ihre Wirkung nicht.

Fazit: Wieder ein Stück Quedlinburger Natur vernichtet, das Steinholz von noch mehr Abgasen, Lärm und Licht-Smog für die Natur entwertet, vielleicht bald 2 Raststätten vor den Toren Quedlinburgs. Und dieses alles im Interesse weiter wachsender LKW-Kolonnen und gegen alle formulierten Klimaschutzziele der CDU-Kanzlerin.

S. Kecke